Wort zum Ostersonntag

Apr 12, 2020 | Archiv – Predigten aus der Coronazeit | 0 Kommentare

Geschrieben von Tomas Kaupeny

12. April 2020

Wort zum Sonntag

Predigt vom 4. 7. 2021

"Es gibt im Menschen den Hang zur Philosophie des "nichts anderes als...Der ganze Mensch is nix anderes als...". Tomas lädt ein zum Nachdenken über die Versuchung der Abwertung des Anderen und zur Wertschätzung des Lebendigen. (m)EINBLICK – CWs KolumneWas Dich noch...

PROPHETEN-LOS ?

Bibelrunde14. Sonntag im Jahreskreis Halleluja. Halleluja. Der Geist des Herrn ruht auf mir. Der Herr hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen. Halleluja.Eindrucksvoll, wie dieser Vers aus dem Psalm 123 – als „Antwortpsalm“ zwischen den Lesungen –...

Predigt vom 27. 6. 2021

"Zwei Menschen am Abgrund der Verzweiflung begegnen uns im heutigen Evangelium. Zwei Menschen - in den Augen dieser Welt mit aussichtslosen Anliegen..." So beginnt Tomas seine Predigt über die Tochter des Jairus. Er erinnert sich an die Begegnung mit einer jungen Frau...

Bedrohtes Leben

BibelrundeMarkus 4, 35 – 41  Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüber fahren.Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg. Einige andere Boote begleiteten ihn.Plötzlich erhob sich ein heftiger...

Predigt vom 13. 6. 2021 -„Senfkorn“

„Die Worte des Evangeliums atmen ein Wort, dieses Wort ist ein heiliges Wort: Geduld. Alles Lebendige braucht Geduld. Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit.“ (TK).Von der Schildkröte Hannibal bis zum ruppigen Friedhofsverwalter am Telefon spannt Tomas den...

Predigt vom 6. Juni 2021

"Familiengeschichten" sind der Ausgangspunkt im Sonntagsevangelium, nicht ungewöhnlich also, dass Tomas Nachschau in der eigenen Familie hält, aber weit darüber hinaus geht und letztlich bei einem der großen Spannungen des christlichen Selbstverständnis landet: den...

Predigt 30. 5. 2021 – Vom Entgegenkommen

"Da trat Jesus auf sie zu." Ausgehend von diesem Wort erzählt Tomas, in welchen Begegnungen und Situationen er das Entgegenkommen Jesu zuletzt erfahren hat. Im Alltäglichen und Zu-Fälligen: Eine Feier im Mutter-Kind-Haus, ein Besuch in einem Obdachlosenhaus,...

Predigt am Pfingstsonntag 23. 5. 2021

"Du kannst die Wahrheit einem Menschen wie einen nassen Fetzen um die Ohren knallen oder du kannst sie ihm hinhalten wie einen Mantel, in den er hineinschlüpfen kann." Wie es ist, einen Beistand an seiner Seite zu haben, das ist der Ausgangspunkt für die...

Quelle und Fels und Licht und Leben…

Pfingstsonntag   Noch ganz lebendig ist der Eindruck, den die Predigt von Tomas am vergangenen Sonntag hinterlassen hat: Die 99 und noch mehr Namen Gottes…  Was zu Pfingsten geschehen ist, lässt sich wohl kaum wirklich beschreiben. Die Berichte sind voll von...

Meine Lieben!

Nun dauert diese – an Gebot und Verbot so außergewöhnlich reiche – Fastenzeit bereits über vier Wochen. Und noch immer kein Ende absehbar, noch weit entfernt von `Land in Sicht´!

Ob ich mich schon dran g´wöhnt hab? Naja… Eher: Dreingegeben. Notgedrungen. Ich versuch´ halt, so wie Du, den einzelnen Tag sinnvoll zu gestalten, das Beste draus zu  machen, der verrückten Situation ihre guten Seiten abzuringen. Und die gibt´s, zweifelsohne!
Freilich: Die direkte Begegnung geht mir furchtbar ab: nun erst – in Ermangelung dieser Möglichkeit, spür´ ich deutlicher als je zuvor aus welch unerschöpflicher Quelle ich sonst in meinem bunten Alltag schöpfen darf. Umso mehr heißt´s jetzt die kleinsten Tröstungen, Ermutigungen, Freuden, – diese Zeichen der Verbundenheit wahrzunehmen im Empfangen und Schenken.
Dass uns diese herzerwärmenden Alltagslichter – sinnbildlich vom Licht der Osterkerze empfangen, um weiterzugeben – den Weg erhellen und weisen, darum bitte ich dankbar mit Euch.

`Die Tränen der Maria Magdalena´ mögen uns aufrichten und neu ausrichten – das Evangelium zum Ostersonntag verspricht: Der liebe Gott ist immer für eine Überraschung gut! Auf die Frage nach seinem Lebenskennwort hat Thornton Wilderg geantwortet: „Surprise, surprise!“

Zur Hinführung ein vielen lang vertrautes Lied, einfühlsam die Melodie, wundersame trefflich der Text:

I don’t know how to love him
What to do, how to move him
I’ve been changed, yes really changed
In these past few days,
when I’ve seen myself
I seem like someone else. 

 

I don’t know how to take this
I don’t see why he moves me
He’s a man. He’s just a man
And I’ve had so many men before
In very many ways
He’s just one more

 

Should I bring him down?
Should I scream and shout?
Should I speak of love
Let my feelings out?
I never thought I’d come to this
What’s it all about?

 

Don’t you think it’s rather funny
I should be in this position
I’m the one who’s always been
So calm, so cool, no lover’s fool
Running every show
He scares me so. 

 

Yet, if he said he loved me
I’d be lost. I’d be frightened
I couldn’t cope, just couldn’t cope
I’d turn my head. I’d back away
I wouldn’t want to know. 

 

He scares me so
I want him so
I love him so much 

 

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Ich weiss nicht, wie ich ihn lieben soll,
was zu tun, wie ihn berühren.
Ich habe mich verändert, ja wirklich verändert.
In diesen vergangenen Tagen,
wenn ich mich betrachte,
scheine ich jemand anders zu sein.
Ich weiss nicht, wie ich es nehmen soll.
Ich verstehe nicht, warum er mich so berührt.
Er ist ein Mann, nur ein Mann,
und ich hatte schon so viele Männer vorher.
Auf ganz verschiedene Arten.
Er ist nur einer mehr.

Soll ich ihn bezwingen,
soll ich weinen und schreien,
soll ich von Liebe sprechen, meine Gefühle raus lassen?
Nie dachte ich, dass ich soweit kommen würde.
Was ist los?

Meinst du nicht, es ist ziemlich seltsam,
dass ich in dieser Situation bin?
Ich war immer diejenige,
die ruhig, überlegen war,
keine Närrin eines Geliebten.
Ich war diejenige, die alles im Griff hatte.
Er ängstigt mich so.                                                                       Ich will ihn so.

Ich liebe ihn so.               

 

Kleine Gebetseinladung zum Nach- und Weiterdenken

Um Gottes Willen, sag, – darf das wahr sein?
Ich erkannte ihn sofort an seinem Gang. Auf dem Gehsteig kommt er auf mich zu. Zu spät, um die Straßenseite zu wechseln. „Der ist für mich gestorben“, war seinerzeit, nach unserem großen Streit, mein Standardsatz, wenn mich wer nach ihm gefragt hat.
Nun aber lächelte er mir zu – überrascht, erstaunt, offensichtlich erfreut – streckt mir die Hand entgegen, sagt: „Geh, vergess´ ma den ganzen Blödsinn, o.k.?“ – Er umarmt mich.
Mein Gott, dass sowas gibt…

Um Gottes Willen, sag, – darf das wahr sein?
Nun wart´ ich bereits über 45 Minuten am vereinbarten Treffpunkt. Werd immer nervöser: Du hast weder angerufen, noch bist Du irgendwie erreichbar. Beides: Unpünktlich sein und Nicht-Erreichbarkeit: völlig atypisch für Dich! Was ist passiert? Ich spür, wie die Phantasie mit mir durchgeht, ein Schreckensszenario nach dem anderen ausmalt. Horrorfilme…
Als sich plötzlich von hinten eine Hand auf meine Schulter legt, fahr ich erschrocken herum und – unendliche Erleichterung, Aufatmen: Du bist es.
Mein Gott, dass sowas gibt…

Um Gottes Willen, sag, – darf das wahr sein?
Mit einem dumpfen Knall stürzt ein Vogerl direkt vor mir auf den Gehsteig. Offenbar an eine Glasscheibe geprallt – Schädeldach- oder Genickbruch. Ich bücke mich, berge den weichen, warmen, leblosen Körper in meiner Hand, will ihn wenigstens da drüben, im Grasstreifen, betten. Da spür ich ein Zittern, das durch den kleinen Leib geht. Die Flügel zucken. Die verkrampften Zehen gehen auf. Ich traue meinen Augen nicht: Nun hockt er bereits. Staunend setzte ich ihn ins Gras, 10 Minuten später ist er weitergeflogen.
Mein Gott, dass sowas gibt…

Die Tränen der Maria Magdalena
Letztlich siegt ja dann doch die Erschöpfung über die quälenden Schreckensbilder, Fragen und Ängste… Irgendwann muss Maria Magdalena aus dem haltlosen Weinen in einen kurzen bleiernen Tiefschlaf gekippt sein, nun aber schreckt sie hoch und der Albtraum der vergangenen Tage trifft sie neuerlich wie ein Keulenschlag… Es hält sie nicht länger, nichts hält sie mehr; in der Dunkelheit noch bricht sie auf zu seinem Grab. Bloß hin, dorthin in seine Nähe, einen Hauch von dieser großen innigen Nähe, die sie beide verbunden hat, einmal noch spüren. Dann, schon fast am Ziel – abermaliges
Zurückzucken: Darf das wahr sein? O Nein! – Kein Zweifel – Schaurige Gewissheit: Der Stein vom Grab ist weggewälzt. Das schwarze Loch. Gähnende Leere…
Verwirrt macht sie kehrt, rennt zurück, hämmert erst bei Simon Petrus, dann bei Johannes an die Tür. Fassungslos stammelt sie keuchend, unter Tränen von ihrer Entdeckung. Grabschändung?! Grabraub?! Er ist weg. Weggenommen, weggeholt. Aber von wem? Aber warum? Aber wozu?
Petrus und Johannes machen sich sofort auf den Weg. Sie laufen, sie rennen. Johannes ist der Schnellere, wird er Erster?
`Wettlauf zum Grab´ wurde diese kleine Szene oft genannt. Vielleicht eine Anspielung drauf, wie wir Menschen stets – und sogar angesichts von Leiden, Sterben und Tod – uns oft noch einmal in verrückter Konkurrenz zueinnand´ erleben, in Konkurrenz treten: Seien´s Häufigkeit und Länge der Spitalsbesuche, Vergleich der Mitbringsel, das Ausharren am Sterbebett, die letzten Worte, Organisation und Übernahme der Begräbniskosten – und spätestens bei der Erbschaftsregelung: Konkurrenz…
Wie auch immer. Johannes, der jüngere, langt als erster beim Grab an. Doch er wartet, bückt sich einmal bloß kurz – wirft einen scheuen Blick hinein in die leere Höhle.
„Wer unter Euch der Erste sein will…“ hatte der Meister so oft gewarnt; dieser Worte eingedenk wartet Johannes, lässt Petrus den Vortritt. Der kann nur ratlos den Kopf schütteln, denn: Da liegen die Leinenbinden, aber – dort, an gesonderter Stelle das Schweißtuch, fein säuberlich zusammengelegt. Bitte – welcher Räuber, welcher Vandale macht so was? Auch Johannes findet keine Deutung für diesen seltsamen Befund, aber: was er sieht, lässt ihn nicht irrewerden, sondern treibt ihn neu ins blinde Gottvertrauen.

Ich erinnere mich an den frühmorgens schon so oft beschrittenen Weg von `Zentralfriedhof, Tor 2´ zu `Halle 3´. Zum Armenbegräbnis unterwegs stocke ich angesichts eines verwüsteten Grabes: Jemand hat den Stein umgeworfen, der verwitterte Name des Verstorbenen ist mit grell-orangenem Lackspray unkenntlich gemacht. Irgendeine Art Unterschrift oder Geheimzeichen prangt in derselben grellen Farbe auf der Einfassung. Das mutwillig geknickte Nadelbäumchen – zum Gotterbarmen! Aber: Bitte, wer macht so was? Die Frage drängt sich auf, beschäftigt mich nachhaltig. Und warum, und wozu?
40 Minuten später, ich schreite vor einer kleinen Obdachlosengemeinde hinter dem Sarg her, da bleibt mein Blick am Kreuzträger hängen, der den Trauerzug anführt: Sein Vortragekreuz hält er so, dass der Gekreuzigte deutlich sichtbar der nachfolgenden Trauergemeinde zugewandt ist. Auf meine schlichte diesbezügliche Frage hin, erklärt er mir anschließend: „Mein Gott, die Leut´ soll´n doch diese einladend offenen Arme sehen und von sein´ offenen Herzen was spür´n!“
Als ich auf dem Rückweg noch einmal bei jenem malträtierten Grab innehalte, trau´ ich meinen Augen nicht: Irgendwer hat in der Zwischenzeit, vom umgestürzten Stein
einigermaßen windgeschützt, ein rotes Grablicht entzündet. Still flackert die kleine Flamme. Ich bin sprachlos. Denn: Wer macht so was? Und warum? Wozu? Staunen.

 

Durch einen Tränenschleier sieht Maria Magdalena die beiden Jünger wieder heimgehen: Voran stapft Petrus mit grimmiger Miene, dahinter Johannes, offenbar ganz in Gedanken versunken. Und wiederum überrollt eine gewaltige Woge aus Einsamkeit und Verlassen-Werden die arme Frau, überschwemmt sie von innen: Mutterseelenallein… Am Rand der Verzweiflung späht sie einmal noch in die Grabkammer: Sitzen da nicht zwei weißgewandete Leute, – einer am Kopf-, der andere am Fußende der Grabnische: „Frau, warum weinst Du?“ – Nein, sie ist nicht erschrocken, als diese Frage an ihr Ohr gedrungen ist, ach, nichts kann sie je mehr erschrecken -, nichts mehr wird sie verwundern, auch verwunden nicht. Mit resigniertem Achselzucken: „Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo er hingelegt wurde.“ Scheinbar nüchtern und sachlich und doch so leer, tonlos, mit gebrochener Stimme erfolgt ihre Antwort.
Auf einmal wendet sie sich irritiert um: im Gegenlicht meint sie den Gärtner zu erkennen, hört sein „Frau, warum weinst du? Was suchst Du?“ Nun – eventuell hat ja der irgendwas mitgekriegt, denkt sie und fragt: „Hast Du vielleicht heut´ Nacht irgendwas Auffälliges bemerkt? Oder Spuren entdeckt? Oder – hast etwa Du ihn weggetragen? Dann sag´s mir, bitte…“
Da hört sie ihren Namen: „Maria!“ Ihr Herz hat die geliebte Stimme sofort erkannt. So klingt ihr Name nur von einem einzigen ausgesprochen. „Rabbuni! Meister!“ seufzt sie
überwältigt, erlöst – und versteht alles und gar nichts mehr. Nun fließen wieder heiße Tränen, Tränen unfassbar stiller Freude.
„Halt´ mich nicht fest!“ bittet er.

Dreißig Jahre hab´ ich Giselher gekannt. Immer gestaunt über das riesige fächerübergreifende Wissen des alten Lehrers. Seitenlange Briefe von ihm erhalten. Faszinierend auch seine, großen Kabarettisten durchaus ebenbürtige Kunst, Pointen zu setzen… Und dann – von heut auf morgen: rätselhafter Rückzug, ja Ein-Igelung seinerseits. Auf einmal kein Wort mehr mit mir gesprochen. Abneigung, ja: Ablehnung signalisiert. Jeden auch nur angedeuteten Gruß verweigert mit empört vernichtendem: „Wer sind Sie? Was wollen Sie von mir?“ barsch abgewiesen.
Dann aber, zu Beginn des heurigen Arbeitsjahres, auf der Wallfahrt zur Heiligen Corona, ein wundersames Aufblitzen ehemaliger Verbundenheit: Ich kauere in all dem Wallfahrer-Gewusel an einem Tisch, Kugelschreiber in der Hand, vor mir ein paar Ansichtskarten, die soll ich unterschreiben. In diesem Moment kommt Giselher vorbei, tippt mir freundlich auf die Schulter und meint: „Ich glaub, von Dir genügen ja wirklich die drei Kreuze.“ Ich blicke auf: Ein schelmisches Lächeln, aus längst vergangenen Tagen vertraut, huscht über sein Antlitz.
Nächtens hab´ ich mir das damals unter `Wallfahrtswunder´ aufgeschrieben…
Das war Anfang September. Danach herrschte monatelang wieder dieses eisige Schweigen, die absolute Funkstille zwischen uns. Heuer aber, Anfang Jänner, hör ich gegen Ende der Agape im Saal auf einmal ein in Klang und Aussprache unverwechselbares „Tomas?“ Heiliges Erschaudern. Mein Gott, kann das wahr sein? Ja, – tatsächlich! Es ist Giselher, so vertrauensvoll, als hätt´s da nie diese unsichtbar unüberwindliche Mauer gegeben. „Tomas, kannst Du mir heute bitte zu gegebener Stunde ein Taxi für die Heimfahrt organisieren?“, sagt er. Ach, nur zu gern gab ich ihm mein Versprechen. Als ich ihn dann gegen Ende der Agape aber frage, ob´s ok ist, wenn ich jetzt ein Taxi rufe, antwortet er lächelnd: „Ach, Tomas, weißt: Ich hab´ gemeint, ein `vertrauenswürdiges´ Taxi `organisieren´!“ Nun erst verstand ich. Fragte Pia und Hanni, die er so schätzte, ob sie bereit wären, Giselher nach Maria Enzersdorf heimzufahren. Gerne sagten sie zu…. Da Giselher an diesem Abend sichtlich unter heftigen Herzbeschwerden gelitten hatte, von Rettung etc. aber partout nichts wissen wollte, versuchten wir in den folgenden Wochen seiner Abwesenheit, alles, was uns an Recherche–Möglichkeiten zur Verfügung stand, – konnten aber bis Anfang dieser Karwoche nichts über seinen Aufenthaltsort bzw. Gesundheitszustand in Erfahrung bringen. Bis es Pia nun doch gelungen ist, via Internet mit Giselhers Nachbarin Kontakt aufzunehmen. Die teilte ihr mit, er sei plötzlich verstorben: – am 15. Jänner, drei Tage nach dieser unserer letzten, so erlösenden Begegnung…
Ich erzähl´ davon, weil ich überzeugt bin, dass viele von Euch ähnliche Ereignisse kennen. Erlebnisse, wo wir völlig unvermittelt und überraschend jenes geheimnisvolle: „Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen“ erfahren.
Maria.

Maria Magdalena hat den verwirrt, verängstigt, verstörten Jüngern von ihrer unbegreiflichen Begegnung erzählt, – sie ist die erste Botin der Auferstehung, Apostola Apostolorum genannt.
Mit dem Ostergruß eines kleinen Boten der Auferstehung darf ich Euch abschließend, anschließend ermutigen:
Emil, fünf Jahre alt, hat farbenprächtige, erfrischende Osterhasenbilletts für die Kranken fabriziert. Im Begleitbrief dazu schreibt mir Stefanie, seine Mutter, auf, was er diktiert.
„Lieber Pfarrer Tomas! Ich hoffe, dass wir vor Ostern wieder gesund sind, damit wir in der Kirche gemeinsam feiern können. Lieber Gruß, Dein Emil.“
Stefanie ergänzt: „Als ich ihm sagte: `Das wird nicht sein´, sagte Emil: `Mama, es geht doch um die Hoffnung!´“

Im Glaubensbekenntnis einige leise, unausgesprochene Fragen zur persönlichen Antwort

Oft beten wir „Im Namen des Vaters“ –
„Wer das Geschöpf ehrt, ehrt den Schöpfer!“
Kannst Du staunen über die Wunder und Geheimnisse der Natur, Deines Leibes, Deiner Seele? – Sie erzählen Dir vom Schöpfer! – Hast Du Achtung vor dem Anderen, gibst Du acht auf jedes Lebewesen, ob Pflanze, Tier oder Mensch? Glaubst Du, es ist sinnvoll und notwendig, unsere Erde mit allem, was lebt, gut zu behandeln?

Oft beten wir „Im Namen des Sohnes“ –
„Herr Jesus Christus, sei Du uns Auferstehung und Licht, und behüte uns, wenn das Dunkel spricht.“
Vertraust Du Jesus Dein Herz an? Glaubst Du an seine Art zu leben, seine Rückenstärkung und sein Vorbild? Glaubst Du an sein Entgegenkommen im Abenteuer der Begegnung? Teilst Du seine Sorge um die an den Rand Gedrängten, – die Zerstrittenen, Einsamen und Kranken? Glaubst Du an sein Evangelium, dass es gut ist, immer wieder neu Wege zueinander zu suchen? Glaubst Du an Jesu Weg: der Weg miteinander ist Gottes Weg zu uns!

Oft beten wir „Im Namen des Geistes“ –
„Der Geist ist es, der lebendig macht.“
Vertraust Du auf den Heiligen Geist, der die Fülle Deiner Begabungen entfalten will zum Segen für viele? Er will Dir täglich neu Ohr, Herz und Hand öffnen für die Freuden und Sorgen ringsum: lebendiges Empfangen, Geben und Mitgestalten! Glaubst Du an Deine Berufung, in dieser unserer Welt verantwortungsbewusst als Christ in der Freiheit und Freude der Kinder Gottes zu leben?

Auch im Glauben gestärkt sind wir doch täglich vielen Versuchungen ausgesetzt:
„Wo viel Licht, ist auch viel Schatten.“
Sagst Du „Nein“ zur Gleichgültigkeit und „Nein“ zu allem, was gemein, unmenschlich und böse ist? Widersagst Du dem, was den einzelnen und die Gemeinschaft zerstört?

Also, meine Lieben: Die österlich mutige Entdeckerfreude wünsch´ ich Euch von Herzen, mit festem Händedruck und Umarmung im Gebet
Euer Tomas

PS: Liebe Aminata und Nyima!
Lieber Navid und Benita!
Liebe Miriam!
Keine Sorge! Eure wunderbaren Billets: jedes einzelne wahrhaft eine originelle Augenweide! Großartig gelungen! Grad rechtzeitig da!
Denn: In der Woche nach Ostern werden mir Eure Kunstwerke helfen, allen, die ich übersehen oder vergessen habe, eine Freude zu bereiten. Ihr seid die Freudenboten: Frohe Ostern! Danke!!
Euer Tomas

Evangelium OsterSOnntag 2020 (Joh 20,1-18)

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse. Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück.

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Diese sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

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