In jener Nacht erhob Jesus die Augen zum Himmel

Mai 23, 2020 | Archiv – Predigten aus der Coronazeit | 0 Kommentare

Geschrieben von Tomas Kaupeny

23. Mai 2020

Meine Lieben,

 `Don´t worry, be happy´

 Heut´ konnte ich den guten alten Schimek Rudl endlich wieder besuchen. Er versteht nicht, dass wir uns zur Begrüßung nicht die Hände reichen, einander umarmen dürfen – ja: mehr noch: der Schwerhörige im Rollstuhl versteht mich auf 2 m Entfernung und mit Maske, die die Gesichtsmimik verbirgt, einfach ganz und gar nicht. Dank einer einfühlsamen Schwester dürfen wir in den Garten raus übersiedeln. Dort geht´s ein bissl besser, und v.a.: dort darf er auch rauchen…

Ich staune: Ständig vollführt er einmal mit einer, dann wieder mit beiden Händen und regem Fingerspiel geheimnisvolle Bewegungen, dem tanzenden Flug eines Schmetterlings vergleichbar, – irgendwie zielgerichtet, dahin und dorthin? Hat die verordnete Einsamkeit ihn solche Stereotypien entwickeln lassen, ähnlich Tieren in zu kleinen Käfigen oder Gehegen? Hört er Stimmen, empfängt er Aufträge? Handelt es sich um einen Ausdruck jener Rastlosigkeit, die alte Menschen oft überfällt? Oder um einen Zählzwang?

Nach und nach erst erschließt sich mir im aufmerksamen Beobachten und Zuhören des Rätsels Lösung: Rudi segnet. Es sind kleine Kreuzzeichen, die er da in alle Himmelsrichtungen aussendet. Den Vogel, der vorbeifliegt,  die Ameise, die über den Tisch krabbelt, den Hund, der hinterm Zaun bellt und die Joggerin im roten Trikot.  Rudi segnet den vorbeihastenden Pfleger und die Blumen im Beet, segnet den Kaffee vor jedem Schluck, – und als ich ihm die Hlg. Kommunion reiche, ruft er segnend: „Happy!“ „Don´t worry, be happy!“

Wieder einmal ist er mir heiliger Lehrmeister: während andere klagen und anklagen, auf was alles sie verzichten müssen, hat er sich was Neues angewöhnt und eintrainiert zum Segen für die Vielen! Und strahlt dabei eine große heitere Gelassenheit aus. Vielleicht eine Verheißung für uns alle !?

Wort zum Sonntag

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Lied zur Einstimmung:

Dein liebes Bild (Tomas Kaupeny)

 

Dein liebes Bild fangt manchmal so zu lächeln an,

immer grad dann, wenn ich nicht weiter kann.

Die Augen zwinkern, deine Stimme hör´  ich dann,

Du segnest mich, wie Du’s zu Lebzeit hast getan:

Behüt‘ dich Gott, mein liebes Kind, bleib  auf dem guten Weg!

Mach wem a kleine Freud,

wirst spür´n, wie´s immer wieder aufwärts geht!

Gott schütz‘ dein gutes Herz, die Quelle der Lebendigkeit,

durch jede Angst hindurch, werd offen, sei bereit,

heut für die Ewigkeit, Amen.

Hab Dank, dass wir zusammen kamen!

Behüt dich Gott, mein liebes Kind, bis zum Wiederseh’n.

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Schriftliche Predigt von

Tomas KAUPENY

zu Joh 17, 1–11

In jener Nacht erhob Jesus die Augen zum Himmel und betete

Von Erinnerungs-Zeichen

 

Lang hatte er zum engsten Jüngerkreis gesprochen. Hat gepredigt in einem verrückten Vertrauen, seine Worte würden wie Samenkörner in die trockene Erde ihrer verstörten, verstockten Herzen fallen und, von ihren Tränen gewässert, nach und nach doch keimen, aufgehen und Frucht bringen. Schlussendlich erhebt er seine Augen zum Himmel: ein innig schlichtes Zeichen, dass ihm nun nur mehr das Gebet bleibt. Ach, möge sich ihnen vielleicht auch nur dies eine Abschiedsbild tapferer Gottsuche tief einprägen, dieser Mut, ins unbegreifliche Dunkel hinein das Herz auszuschütten, in der sehnlichen Hoffnung gehört, verstanden, gestärkt zu werden, – das wär schon viel. Denn wir alle bedürfen solcher einfacher Zeichen, durch die der Leib zur Seele sagt. `Tu Dich auf´!

Gestern konnte ich mittags staunend beim Glockengeläut beobachten, wie aus der langen Autoschlange eines Taxistandplatzes ein fremdstämmiger Mann aussteigt und aus dem Kofferraum einen Teppich hervorholt, den er in der engen Parklücke sorgfältig ausbreitet. Dann wäscht er sich mit Wasser aus einer Trinkflasche die Hände, zieht die Schuhe aus, kniet nieder, drückt die Stirn auf den Boden. Mehrmals wiederholt er diese Bewegung – in mir erklingt unwillkürlich das tausendmal gesungene Kinderlied `Aram-sam-sam… Arabi-Arabi´. Nun kauert er reglos auf seinem Gebetsteppich…

Hochachtung, denk ich  mir, mutig, so ungeschützt ungeniert offen zu seiner Religion stehen, öffentlich dem eigenen Glauben Ausdruck verleihen.

In jener Nacht erhob Jesus die Augen zum Himmel und betete

Joh 17, 1–11a

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel
und sagte:
Vater, die Stunde ist gekommen.
Verherrliche deinen Sohn,
damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben,
damit er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben schenkt.
Das aber ist das ewige Leben:
dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und den du gesandt hast, Jesus Christus.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht
und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart,
die du mir aus der Welt gegeben hast.
Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben
und sie haben dein Wort bewahrt.
Sie haben jetzt erkannt,
dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst,
habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin,
und sie sind zu dem Glauben gekommen,
dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich;
nicht für die Welt bitte ich,
sondern für alle, die du mir gegeben hast;
denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist,
ist dein,
und was dein ist,
ist mein;
in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt,
aber sie sind in der Welt
und ich komme zu dir.

 

Die alte Jovanka zeigt mir vertrauensselig die kleine abgegriffene Bibel unter ihrem Kopfkissen. Küsst das Buch, das sie offenbar schon zu vielen Stationen ihres schweren Lebens begleitet hat: „Bitte, liest Du mir vor!“ bettelt sie. Dann vollzieht sie das dreimalig schwungvoll orthodoxe Kreuzzeichen, ist ganz Ohr. Nun erst versteh ich, dass Jovanka nie lesen lernen durfte, Analphabetin ist, – ab ihrem fünften Lebensjahr hieß es: `Haide, haide, roboti, roboti!´ (Gemma, gemma, arbeiten!) Auf´s Gebet aber hat sie in all ihren Sorgen und Nöten trotzdem nie vergessen, die kleine abgewetzte Bibel hat sie dran erinnert. `Bete und arbeite´ hat der Heilige Benedikt seinen Mönchen ans Herz gelegt, und die alte Jovanka hat´s mir rührend verheißungsvoll vor Augen gestellt.

Sah Gitti ein Marterl, begann sie sofort Blumen zu pflücken und Gräser zu rupfen. In Ermangelung solcher brach sie im Wald Zweigerln, zur Not taten´s auch Moospolster, Rindenstücke und schöne Steinchen. Immer aber musste das Kreuz oder Heiligenbild geschmückt werden. Sie tat das nach einer Ordnung, die wohl nur der liebe Gott zu deuten und zu verstehen wusste. Grad so, wie ihre geheimnisvollen Singsang-Gebete. Auf gut gemeinte Verbesserungsvorschläge unsrerseits, sowohl Liedauswahl, als auch ihre darstellenden Kleinkunstwerke betreffend, reagierte sie äußerst empfindlich.

 Der `wilde Schurl´, als ich ihn wieder einmal im Gefängnis besuche, vertraut mir sein Abendgebet an: `Mein Herz ist klein, darf niemand rein als Du mein liebes Jesulein.´ Seit seinem dritten Lebensjahr betet er so vorm Einschlafen. Er legt die von oben bis unten tätowierten Arme an seine Brust, faltet in rührend kindlicher Weise die Hände. `Jesukind, ich danke Dir, mach ein gutes Kind aus mir.´ „So hob i´s von der Großmutter g´lernt, bevor i ins Heim ´kommen bin. Und bis heut´ nie aus´lassen. Ansonsten gabert´s mi scho lang nimmer…“

 Ich selbst halte meine täglich notwendige 3-min.-Morgengymnastik nur durch, weil ich jeder Übung ein kleines Gebet beigesellt hab: Liegestütze – `Aufsteh´n, ja ich will mit Jesus aufersteh´n, bitte, gib mir Kraft, zum andern hinzugeh´n.´ Klappmesser – `Jetzt, bitte, bitte, jetzt lenke Du meine Schritte.´ Dehnen und strecken – `Von allen Seiten umgibst Du mich,…´ Nackenkreisen und Rumpfbeugen – `Leucht mir als Vorbild und sei meine Rückenstärkung. Klimmzüge – `Bitte halt mich fest, wenn der Mut mich verlässt.´

Übrigens: in der stillen Kirche sitz ich am liebsten mit geschlossenen Augen, die ausgebreiteten Arme auf die Rückenlehne gelegt, die Hände offen, die Beine ausgestreckt: `Herr, Du kennst mich, ob ich sitze oder stehe, es ist Dir vertraut…´ (Ps 139)

Die Stunde ist gekommen.

Von der gewärtigen Stunde

 Oja – das kennen wir alle: die Stunde, die bange macht, aber unausweichlich näher rückt. Oder unmittelbar bevorsteht. Oft auch völlig unvermittelt über uns hereinbricht. Die Stunde der Wahrheit. Die Stunde der Entscheidung, – Hopp oder Tropp, jetzt oder nie. Die Stunde der Klärung, der Offenbarung, der Reue – und letztlich gilt´s immer: `Jetzt, und in der Stunde unseres Todes. Amen.´

 Der Schüler, die Pause ist zu Ende. Gleich wird die Glocke schrillen: Prüfung. Test. Schularbeit… Die Kranke, vor der Ordinationstür, gleich wird sie sich öffnen: „Bitte sehr, kommen´S weiter!“ Befund-Besprechung, Therapie-Plan… Der Wanderer, den Rucksack schon geschultert: „So, jetzt heißt´s aber wirklich aufbrechen.“ Abschiedsgruß, Zurücklassen, Mutig, Vorwärts… Die Zerstrittenen: `Also gut, einmal probier´ ma´s noch.´: Z´amsetzen, Sich damit Auseinandersetzen. Genau Zuhören. Horchen. Klartext Sprechen. Der nächste Schritt?

Nachdem er so gesprochen, erhob er die Augen zum Himmel und betete: „Vater, die Stunde ist da.“

Von der Sprache des Herzens

 Ehrlich gesagt: Ich glaub, mit diesem einzigen, dem ersten Satz des heutigen Evangeliums vom siebenten Ostersonntag, könnte man schon gut sein Lebtag lang auskommen: Sein kleines Erinnerungszeichen setzen. Die vergangenen Stunden vorüberziehen lassen, betrachten mit Dank, Bitte und Fürbitte. Und für die kommenden die notwendige Geistesgegenwart herbeisehnen. Denn: gilt´s doch jeden Tag, das Gebot der Stunde zu achten: erhorchen, spüren und tun. Jede Stunde mitgestalten nach Kräften des Leibes und der Seele.

Das darauf folgende Gebet hat wohl ein Schüler des Apostel Johannes Jahrzehnte später nachgezeichnet und für uns aufgeschrieben. Von Johannes, dem jüngsten der Apostel, `den Jesus besonders lieb hatte´, heißt es: `Der Jünger, der an der Brust des Herrn ruhte.´ (Joh 13, 23) Ein tiefes, sinnreiches Bild für´s Horchen auf die Sprache des Herzens, für die unsere Menschenworte doch immer zu klein, zu eng, zu hohl sind, abgedroschen, gekünstelt oder konstruiert wirken. Die schlichte Botschaft herausgefiltert, bleibt – auch sinngemäß übersetzt – bloß schwacher Widerhall von etwas unendlich Großem, das in diesem Abschiedsgebet Jesu zwischen den Worten flüstert: `Vater Unser, die Stunde ist da. Noch einmal lass mich erleben die heilige Nähe, die immer da war zwischen uns, so spürbar. Lebendiger Gott, von innen her, ganz tief drinnen, mach uns lebendig: jetzt und durch die Stunde unseres Todes hindurch. Unendlich viel hast Du mir anvertraut, und vor allem die verwundeten Herzen: die verkommene Güte des Menschen bergen, den verstoßenen Sinn neu entdecken, das zerrüttete Zutrauen wieder aufbauen. Das ist meine Berufung. In allem, was lebt und geschieht, glimmt und glüht ja doch immer auch der Funke Deiner Gegenwart. Ihnen dafür die Augen zu öffnen, bin ich gekommen… Ich hab mich ehrlich bemüht, Tag und Nacht abgemüht, Du weißt es. Nun kann ich ihren weiteren Lebensgang, die Herzen der vielen und mich selbst ganz und gar nur in Deine Hand legen.´ `Vater, in Deine Hände leg ich meinen Geist.´(Ps 31,5)

Annemarie Peter

Frau Annemarie Peter, eine Ordensfrau vom Dritten Orden des Heiligen Franziskus, hat sich ihr Lebtag lang als Krankenschwester in pflichtgetreu herzlicher Fürsorge so vielen notleidenden Menschen zugewandt. Fast 40 Jahre im Lainzer Krankenhaus, weitere 10 ehrenamtlich im Rupert-Mayer-Haus. In unserer letzten Begegnung, am Sterbebett, bittet diese nun schon jahrelang völlig erblindete tapfere Frau:

„Tomas Kaupeny?!“

„Ja, Annemarie?“

„Ich möchte konvertieren.“

Ich, überrascht: „Du, Annemarie, – Du möchtest – konvertieren?!“

„Ja, genau das will ich.“

„Aber wohin denn?“ frag ich irritiert nach.

Sie antwortet: „Von `römisch-katholisch´ zu `katholisch-melodisch´.“

„Dein Wille geschehe!“ antworte ich in beide Blickrichtungen.

Die Todkranke richtet sich noch einmal auf, schlägt andächtig ein großes Kreuzzeichen und spricht: „Ich, Annemarie Peter, konvertiere von `römisch-katholisch´ zu `katholisch-melodisch´.“

Dann sinkt sie erschöpft, aber zufrieden in die Kissen zurück.

Ihr Wort jedoch begleitet nun schon viele Jahre meinen Weg.

Gebetsanregung zum Nachspüren

 

In einem Rehab-Zentrum blieb mein Blick an einem Spruchkalenderblatt hängen. Drauf stand:

Die Seele bat den Leib: „Sag´s Du ihm, auf Dich wird er hören. Auf mich hört er nicht mehr!“ Der Leib versprach der Seele: „Ich werd´s ihm sagen – dann wird er auch wieder auf Dich hören.“

Dieser Denkzettel ging tief unter die Haut, hat mich wach gerüttelt: ich muss wieder hinhorchen lernen – und üben! So geht´s nicht mehr lang weiter…

 

In einer U-Bahn-Station stand an die Wand gesprüht:

„Mausi, bitte verzeih! War nicht bös gemeint. So blöd von mir. Kennst mich ja. Bitte, bitte melde Dich. Dein Bär.“

Diese Botschaft hat eingeschlagen, ging tief unter die Haut. Ich muss jetzt endlich wirklich einmal der Gerda schreiben und ihr schlicht und einfach ehrlich sagen, wie leid es mir tut, – das damals…

 

 Aus der zum Lüften geöffneten Tür eines kleinen verrauchten Cafés plärrte ein Lautsprecher den langvertrauten, billigen Refrain: „Das Böse ist immer und überall.“

Erstmals aber verspürte ich dabei plötzlich ein tiefes Unbehagen, der Satz schlug ein, ging unter die Haut, hat mich wachgerüttelt, – unheimlich, ja beängstigend: Die alte große tiefe Sorge um Ulli befiel mich neu… Ich kann ihn in Wirklichkeit ja vor gar nichts beschützen, – nur ins Vertrauen investieren gegen die Angst: Möge mein kleines Stoßgebet ihn stärken, – wo er auch ist – was er auch grad wieder aufführt…

  

Direkt neben mir fragte ein Schulbub seine Mutter: „Du, – Mama, – bitte! Wann geh´n wir jetzt endlich in den Tiergarten?“ „Wie ausgemacht!“ erwiderte die Mutter: „Sobald Du Dein Zimmer aufgeräumt hast.“ Drauf der Bub: „Aber das hab ich ja…!“ Die Mutter: „Hast Du eben noch nicht: Schau einmal, wie´s in Deinen Laden ausschaut!“

Ihr Wort galt auch mir, schlug ein, ging unter die Haut, rüttelte mich wach. – Ach, Du lieber Gott, wie schaut´s in meinen Laden aus? Und was hab ich wem alles versprochen…??

Okay… morgen – – – Nein! Besser: Heut´ geh´ ich´s an…

 

Ja, meine Lieben,

 das ist also jetzt einmal mein letzter Predigtbrief. Am nächsten Sonntag, Pfingstsonntag, 18 Uhr, geht´s ja wieder los! Aber wegen der räumlichen Verhältnisse den Regeln entsprechend noch nicht am Schedifkaplatz, sondern einstweilen in der Altlerchenfelder Kirche.

 Dieser Tage hab ich im Fünfer einen kleinen Streit miterlebt. Eine alte Frau regt sich auf, weil ein schwerstbehinderter älterer Herr so vorsichtig und umständlich langsam aussteigt, dass die Ampel schon wieder rot zeigt, bis er draußen ist. Aber: eine andere ältere Dame übernimmt dessen Verteidigung. Ganz ruhig spricht sie zu der verärgert Schimpfenden und schließt mit den Worten: „Wir müssen – bitte wirklich! – schon alle ein bissl Rücksicht nehmen aufeinander.“

 Dieses Wort hab ich mir mitgenommen für den kommenden Sonntag, dieses Wort leg ich Euch allen ans Herz. Was Sitzordnung, Verzicht auf Händeschütteln und Umarmung, Desinfektion, Maske, Singen und Kommunionempfang betrifft, gilt freilich: Eigenverantwortung, und – Bitte: Rücksichtnahme! Denn: Was Dir unwichtig scheint, kann für einen anderen Überforderung und Zumutung sein ist. Wie locker und sorglos Du bist im Umgang, kann anderen Angst machen. Auch überherzlich, drängende Einladung kann bedrohlich, bedrängend, ja erdrückend wirken.

 Ich bin zuversichtlich, mit Gottes Hilfe wird uns notgedrungen ein guter, neuer Weg eröffnet. Und Geduld, Verständnis und Rücksichtnahme werden weiterhin unser aller gläubiges Miteinander bereichern.

 Ich dank Euch von Herzen für´s Durchhalten.

Immer fest verbunden

                                        Euer Tomas

 

Der 30. Mensch.

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