Ein Aussätziger kam zu Jesus

von | Feb 13, 2021 | Aktuelles, Bibelrunde, Wort zum Sonntag | 0 Kommentare

Geschrieben vonBerta

13. Februar 2021

Bibelrunde

Darf  ich träumen?

Nach einer gefühlten Ewigkeit sehe ich mich wieder inmitten der Gruppe, die sich regelmäßig in der Mentergasse zur Bibelrunde trifft.

Wir sitzen im Kreis. In der Mitte die Bibel, eine Kerze, ein Tuch.

Zur Einstimmung lesen wir gemeinsam:

Lev 13,1-2. 43-46

Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
Wenn sich auf der Haut eines Menschen
eine Schwellung, ein Ausschlag

oder ein heller Fleck bildet
und auf der Haut zu einem

Anzeichen von Aussatz wird,
soll man ihn zum Priester Aaron
oder zu einem seiner Söhne, den Priestern, führen.
Der Priester soll das Anzeichen

auf der Haut untersuchen.
Wenn das Haar an der kranken Stelle weiß wurde
und die Stelle tiefer als die übrige Haut liegt,

ist es Aussatz.
Nachdem der Priester das Anzeichen untersucht hat,
soll er den Erkrankten für unrein erklären.
Stellt er auf der Hinterkopf- oder auf der Stirnglatze
eine hellrote Aussatzschwellung fest,
die wie Hautaussatz aussieht,
so ist der Mensch aussätzig; er ist unrein.
Der Priester muss ihn für unrein erklären;
sein Kopf weist das Anzeichen auf.
Der Aussätzige mit dem Anzeichen
soll eingerissene Kleider tragen
und das Kopfhaar ungekämmt lassen;
er soll den Bart verhüllen
und ausrufen: Unrein! Unrein!
Solange das Anzeichen an ihm besteht,
bleibt er unrein; er ist unrein.
Er soll abgesondert wohnen,
außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.

Der Text aus dem Buch Leviticus führt uns in eine Zeit, in der umfassende Reinheitsbestimmungen Alltag und Religion der Israeliten vor Seuchen und Abwegen aller Art bewahren sollen. Über die Einhaltung dieser Vorschriften wachen die „Leviten“, die Priester aus dem Stamme Levi.

 

Ebenso umfassend wie die Reinheitsvorschriften sind die „Quarantänemaßnahmen“, die vor Ansteckung schützen sollen und in völlige soziale Ausgrenzung führen.

Wir müssen wohl auch an die Corona-Pandemie denken. Wir nehmen uns Zeit, Erfahrungen mit der vorgeschriebenen physischen Distanz auszutauschen, aber auch Erinnerungen in uns wachzurufen, Erinnerungen an „Nichtdazugehören“, Ausgrenzung, Diskriminierung… Wir vertrauen einander an, wie wir diese Erfahrungen erlebt haben, was sie mit uns gemacht haben…

Unsere Antwort ist: Du gehörst dazu! Es ist gut, dass es dich gibt!

Gemeinsam dürfen wir Heilung erbitten, auf Heilung hoffen, Heilung erleben.

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!

Wir hören die Anfangsworte des Evangeliums vom kommenden Sonntag:

Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe;

er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.

Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein!

Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein.

Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein:

Nimm dich in Acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich den Priestern und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat.

Das soll für sie ein Beweis sein.

Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in der Stadt kaum mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überall her zu ihm.

Rembrandt, Heilung des Aussätzigen

Noch einmal lesen wir das Evangelium – zusammenhängend – weil es so schön ist! Der eine oder andere Gedanke kommt noch hinzu, ist bedenkenswert…

Mit einem Gebet schließen wir unsere Runde ab.

 

Jesus, ohne dich wäre mein Herz längst ausgetrocknet. (Tobias, 8 Jahre)

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