…damit ich höre, wie Schüler hören…

von | Mrz 27, 2021 | Bibelrunde, Wort zum Sonntag | 0 Kommentare

Geschrieben vonBerta

27. März 2021

Bibelrunde

Palmsonntag 

Der Palmsonntag eröffnet die „große Woche“, die „Semana Santa“, die Woche des Leidens Jesu und seiner Auferstehung. Jesu Einzug in Jerusalem ist die Einführung in die Schilderung des Leidens und Sterbens Jesu. Das Markusevangelium enthält die älteste Darstellung dieser Geschehnisse. Unerschöpflich sind die Bilder, dramatisch die Szenen, nie ganz auszuloten die Worte, die uns die Liturgie Jahr für Jahr nahelegt, damit wir dem Drama, das sich da abspielt, folgen können.  

Im Buch Jesaja taucht eine rätselhafte Gestalt auf: der sogenannte Gottesknecht, ein Gerechter, der von den Menschen abgelehnt und misshandelt wird. Die Urgemeinde deutet mit diesen Texten das Schicksal Jesu. Eine Zunge hat die Kraft, Menschen ohne Hoffnung aufzurichten – und das Ohr empfängt Leben. Dieses Lied vom Knecht Gottes ist eine Hommage auf die Sinne – und das sehr sinnliche Wort Gottes.

Jesaja 50,4-7

GOTT, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern,

damit ich verstehe,
die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort.
Jeden Morgen weckt er mein Ohr,
damit ich höre, wie Schüler hören.
GOTT, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.
Ich aber wehrte mich nicht

und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen,
und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen.
Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.
Und GOTT, der Herr, wird mir helfen;
darum werde ich nicht in Schande enden.
Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel;
ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

Johannes legt wenig Wert auf eine legendenhafte Ausschmückung der Ereignisse. Wichtig ist ihm der Blick auf die tiefere Bedeutung und deren Symbolik, die auch die Freunde Jesu erst im Rückblick deuten und verstehen können.

Evangelium zur Palmweihe

Joh 12,12-16

In jener Zeit hörte die große Volksmenge,
die sich zum Paschafest eingefunden hatte,
Jesus komme nach Jerusalem.
Da nahmen sie Palmzweige,
zogen hinaus, um ihn zu empfangen,
und riefen: Hosanna!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn,
der König Israels!
Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf –wie es in der Schrift heißt:
Fürchte dich nicht, Tochter Zion!
Siehe, dein König kommt;
er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin.
Das alles verstanden seine Jünger zunächst nicht;
als Jesus aber verherrlicht war,
da wurde ihnen bewusst, dass es so über ihn geschrieben stand
und dass man so an ihm gehandelt hatte.

Golgota ist der Ort, an dem wir nicht vorbeikommen,
wollen wir denn an Christus glauben.
Golgota war gestern, ist heute, wird morgen.
Golgota, der Börsenmarkt,
Golgota, das Elendsviertel,
Golgota, der Schlacht- und Viehhof,
Golgota im Präsidentenpalast.
Golgota hinter Stacheldraht.
Golgota ist überall.
Da, wo ein Mensch gequält wird, ist Golgota.
Golgota ist weit weg.
Golgota ist nahe bei uns.
Golgota ist überall…

Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?

 

 

Für die stille Ecke:

 

Herr, gib mir die Zunge eines Schülers,

fragend, forschend, unverfälscht,

damit ich verstehe,
die Müden zu stärken

durch ein aufmunterndes Wort.
Jeden Morgen wecke mein Ohr,
damit ich höre, wie Schüler hören,

ehrlich, neu, offen, nicht abgegriffen.
GOTT, der Herr, öffne mir das Ohr!
Ich aber wehre mich nicht

und weiche nicht zurück.

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